Ethisch-ökologische Geldanlagen

Ethisch-ökologische Geldanlagen werden immer beliebter, und das hat seinen Grund: denn neben dem reinen Gewissen sind oft auch die Renditen nicht zu verachten. Beinahe alle herkömmlichen Anlageformen sind heutzutage auch „Öko“ zu haben.

Etwa 44% aller Geldanlageinteressierten in Deutschland ziehen ernsthaft in Erwägung, ihr Kapital in Öko- oder Ethikfonds anzulegen, das ergab eine Umfrage des Instituts für Markt, Umwelt und Gesellschaft. Mittlerweile gibt es allein in Deutschland rund 50 unterschiedliche Fonds, die sich der alternativen Anlage verschrieben haben.

Ökologische Geldanlagen unter der Lupe

Prinzipiell unterscheidet man im Bereich der alternativen und ökkologischen Geldanlagen zwischen fünf verschiedenen Ausrichtungen:

  • Ökofonds investieren in börsennotierte Unternehmen, die besonders auf umweltverträgliches und nachhaltiges Wirtschaften achten. Die meisten in Ökofonds gelisteten Unternehmen sind eher etabliert und auch in anderen Indizes (wie dem DAX) geführt.
  • Öko-Pionier-Fonds dagegen unterstützen vornehmlich kleinere, innovative Unternehmen, die besonders im Bereich der alternativen Energien (Windkraft, Photovoltaik, Biomasse) arbeiten.
  • Ethikfonds legen mehr Wert auf die ethisch-soziale Korrektheit der gelisteten Unternehmen. Investitionen in Rüstung, Kernenergie oder Glücksspiel wird man hier sicher nicht finden. Auch das Verhältnis eines Unternehmens zu Tierversuchen, Kinderarbeit oder Unrechtsregimen spielt hier eine ausschlaggebende Rolle.
  • Umwelttechnologiefonds investieren vornehmlich in Unternehmen, die sich die Entwicklung von regenerativen Energien (Brennstoffzellen, Solarenergie), Abfallentsorgungssystemen und Recycling sowie Wasseraufbereitung zum Ziel gesetzt haben.
  • Alle diese genannten Aspekte werden von Nachhaltigkeitsfonds gleichermaßen gewichtet. Die hier gelisteten Unternehmen müssen sowohl umwelt- als auch sozialverträglich und außerdem finanziell nachhaltig wirtschaften. Besonderer Wert wird hier auf die sparsame Verwendung natürlicher Ressourcen gelegt.

Für den umweltbewussten und auf Sozialverträglichkeit bedachten Privatanleger sind Investitionen normalerweise mit einem deutlich höheren Aufwand verbunden als für andere Anleger: welche Unternehmen sind im Portfolio eine Fonds genau gelistet, und inwieweit steht diese Anlage im Einklang mit der persönlichen Weltanschauung? Allein die Klärung dieser Frage erfordert manchmal einen massiven Rechercheaufwand.

Aber das genauere Hinschauen bietet mitunter auch direkte finanzielle Vorteile: gerade im ethisch-ökologischen Anlagesektor lassen sich noch ganz besondere Schätze finden. In den letzten Jahren war es beispielsweise durchaus nicht unüblich, dass gerade „Umweltaktien“ (zum Beispiel aus dem Bereich alternative Energie) sich dem allgemeinen Trend der Aktienmärkte entgegen gut entwickelt haben.

Bei der Beurteilung dieser Sachverhalte helfen heute beispielsweise ökologische Aktienindizes – sie geben Auskunft über Unternehmen, in die man bedenkenlos investieren kann und liefern wertvolle Hinweise, die zur Gestaltung des eigenen Portfolios von Bedeutung sein können.

Der Natur-Aktien-Index NAI ist hier als der sicherlich rigoroseste und strengste Index zu nennen, durch seine vergleichsweise harten Aufnahmekriterien fungiert er als eine Art Gütesiegel für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen. Im Bereich der ethisch-sozialen Wirtschaft ist auch der britische FTSE4Good zu nennen sowie der US-amerikanische Dow Jones Sustainability Group Index.

Die Tatsache, dass es heute beinahe jedes Bank- und Anlageprodukt auch in „unbedenklicher“ Form gibt, kann man als Beweis für den Trend sehen, dass die ökologische Umgestaltung unserer Gesellschaft inzwischen so weit fortgeschritten ist, dass entsprechend bewusstes Handeln in vieler Hinsicht Allgemeingut geworden ist. So ziemlich jedes Geldinstitut hat heute mindestens ein ökologisch orientiertes Anlageprodukt im Programm – aber wie bei fast allem, wo „Öko“ draufsteht, sollte man auch bei Geldanlagen besser zweimal hinsehen. Skrupellose Geldmacherei gibt es leider überall, und viele Menschen (ob nun Konsumenten oder Anleger) sind geneigt, leere Versprechungen für bare Münze zu nehmen. Inzwischen gibt es aber gewisse Bewertungsstandards und „Gütesiegel“ (wie eben die oben genannten Indizes), die eine ethisch und ökologisch einwandfreie Geldanlage garantieren können.

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