Immobilienfonds

Der Immobilienmarkt ist ständig in Bewegung. Denn gebaut und investiert wird immer. Bürogebäude, Wohnkomplexe, Siedlungen mit Einfamilienhäusern oder Einkaufszentren sind nur einige Objekte, die den wachsenden Bedarf an Wohn- und Geschäftsbauten decken sollen. Ganz so unbeweglich und starr wie der lateinische Ursprung des Begriffes Immobilie es vermuten lassen würde, sind Immobilienfonds deshalb nicht. Die zu den Investmentfonds gehörende Anlageform investiert in den Immobilienmarkt. Ein Stückchen des großen Kuchens können sich dabei nicht nur Großanleger sichern. Immobilienfonds sind je nach Typ durchaus auch für Kleinanleger geeignet und versprechen eine recht lukrative Rendite.

Unterschieden werden muss bei den Immobilienfonds hauptsächlich zwischen zwei Formen. Der Markt hält sowohl offene als auch geschlossene Immobilienfonds bereit. Die geschlossene Variante setzt in der Regel mehr Kapital voraus, das von den Anlegern eingebracht werden muss. Die Anzahl der Investoren ist bei diesen Immobilienfonds von Anfang an beschränkt. Ist die geplante Investitionshöhe erreicht, also genug Geld für das angestrebte Projekt eingenommen, wird der Fonds geschlossen. Investiert wird bei den geschlossenen Immobilienfonds häufig in nur eine einzige Immobilie. Worum es sich handelt, darüber geben die Verkaufsprospekte Auskunft, die so genannten Emissionsprospekte. Sie sollen mit Hilfe von Zahlen und Daten wie etwa den prognostizierten Mieteinnahmen Transparenz schaffen und so die Entscheidung für eine Investition erleichtern. Da Laien dieses Zahlenwerk selten alleine entschlüsseln können, sollten die Angaben von Experten geprüft werden. Denn mit der Investition wird man Mitinhaber der Immobilie und ist in der Regel lange gebunden.

Organisiert sind die geschlossenen Fonds meist als Kommanditgesellschaft. Hier haftet jeder einzelne nur mit seiner Anlage. Bei Gesellschaften bürgerlichen Rechts ist das Risiko weitaus höher, hier müssen die Gesellschafter zusätzlich mit ihrem privaten Vermögen haften. Die Gewinne ergaben sich früher einmal aus der Steuerersparnis. Da diesem Weg ein Riegel vorgeschoben wurde, ist es mittlerweile die Rendite, die Gewinn abwirft.

Anders als bei den geschlossenen Immobilienfonds wird bei den offenen nicht in ein bestimmtes Objekt investiert, sondern gestreut in mehrere – mindestens 15, es gibt aber auch Fonds mit weit über 100 Objekten. Auch die Zahl der Anleger ist bei den offenen Immobilienfonds nicht beschränkt. Gezeichnet und verkauft werden können die Anteile an den Fonds ganz nach Belieben. Entwickelt wurde diese Form der Geldanlage 1938 in der Schweiz. Seit 1959 sind offene Immobilienfonds auch in Deutschland bekannt. Die Papiere sind börsentäglich verfügbar und müssen zumindest einen Mindestanteil auch in Zinspapiere investieren, um schnell an das Kapital zu gelangen. Diese Liquiditätsreserve ist nötig, da immer die Möglichkeit besteht, dass viele Anleger ihre Anteile gleichzeitig verkaufen und so die Reserven knapp werden. In dem Fall darf die Rücknahme für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren ausgesetzt werden. Bei der Rendite haben die Fonds in den vergangenen Jahren einen Schnitt von drei bis fünf Prozent erreicht.

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