Anfängerfehler beim Aktienhandel vermeiden – So geht’s!

Wie so ziemlich alles im Leben sieht auch der Einstieg in den aktiven Aktienhandel von oben bzw. von außen betrachtet eigentlich ganz einfach aus. Doch gerade als Neuanleger in der großen weiten Welt des Tradings gibt es einige Punkte zu beachten, um zumindest die typischen Anfängerfehler zu vermeiden und nicht gleich zu Beginn jede sich noch so bietende Stolperfalle mitzunehmen. Der Handel mit Aktien, Devisen und anderen Wertpapieren ist eine komplexe Sache und nur eine Handvoll Anleger versteht, wie die Börse tatsächlich funktioniert. Daher finden Sie nun folgend ein paar Tipps für Einsteiger.

Langfristig denken und handeln ist für Neulinge empfehlenswert. Machen Sie nicht den Fehler und sehen den Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren als eine kurzfristige Geldanlage, die sich geradezu im Schlaf vermehrt. Wenn Sie sich einmal dazu entschlossen haben Ihr Geld in Aktien zu investieren, dann sollte Ihnen bewusst sein, dass es sich hierbei eher um eine längerfristige Geldanlage handelt, wenn Sie nicht gerade planen sich sehr intensiv mit der Materie zu beschäftigen. Das heißt auch: Handeln Sie mit bedacht und lassen Sie sich nicht von jeder kleinen Kursveränderung zum Handeln drängen. Langfristige Gewinn lassen sich gerade an der Börse nur mit viel Geduld und entsprechendem Durchhaltevermögen erzielen.

Informieren statt blindem Vertrauen nachgehen ist ein absolutes Muss. Gerade Einsteiger machen oft den Fehler, dass sie auf Aussagen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis zu viel Wert legen und Anlageentscheidungen kopieren. Wenn dies ohne eine wirkliche Strategie sowie Hintergrundwissen und rein auf Empfehlung passiert, so setzen Sie sich nicht kalkulierbaren Risiken aus. Empfehlungen sind vom Grundsatz her nicht zwangsweise verkehrt, doch reichen Sie diese mit eigener Recherche und Informationen an, bevor Sie schlussendlich Ihre Entscheidung treffen.

Der Spielerfehlschluss ist ein häufiger und oft ganz typischer Anfängerfehler beim Aktienhandel an der Börse, der seinen Ursprung im eigentlichen Sinne einem ganz anderen Umfeld zu verdanken hat. Wie der Name bereits vermuten lässt, stammt dieser Begriff aus dem Casino-Jargon, genauer gesagt aus dem Roulette. Diesen Zusammenhang wollen wir im folgenden Abschnitt einmal näher erläutern.

Vereinfacht dargestellt, handelt es sich hierbei um einen logischen Fehlschluss, dem die Annahme zugrunde gelegt wird, dass ein Ereignis wahrscheinlicher wird bzw. eher eintritt, wenn dieses über einen längeren Zeitraum nicht der Fall war. Ursprünglich entstammt der damit zusammenhängende Denkfehler einem Ereignis im berühmten Casino von Monte Carlo. So kam es, dass die Roulette-Kugel bei diesem geselligen Zeitvertreib unzählige Male auf einem schwarzen Feld landete. Je mehr Zeit an diesem Abend verstrich und die Kugel unaufhörlich immerzu weiter auf eines der schwarzen Felder zusteuerte, desto mehr Casino-Gäste versammelten sich um diesen Roulette-Tisch, die dann immer mehr ihrer Jetons auf Rot setzten. Sie glaubten zu wissen, wie es funktioniert und waren der festen Überzeugung, dass die Dauerserie von Schwarz irgendwann ja schließlich zu Ende sein müsse. Viele der Spieler hielten so starr an ihrer Annahme fest, dass sie ihr ganzes Geld setzten und am Ende leer ausgingen. Das Casino von Monte Carlo nahm an diesem Abend Unsummen ein.

Genau dieses Verhalten lässt sich analog auf den Aktienhandel an der Börse übertragen und veranschaulicht, dass nur weil eine Aktie jüngst ständig gefallen ist, sie zwangsweise nicht irgendwann wieder steigen muss. Genauso verhält es sich umgekehrt, denn nur weil ein Kurs schon lange im Aufwärtstrend sich befindet, muss er nicht zwangsweise in die andere Richtung umschlagen.

Seien Sie nicht zu festgelegt, sondern agieren Sie flexibel beim Aktienhandel. Haben Sie sich beim Kauf einiger Aktien eine bestimmte Strategie überlegt, beispielsweise diese Anteile nur einen bestimmten Zeitraum zu halten, so machen Sie diese Strategie nicht zwangsweise an einem bestimmten Datum fest, sondern reagieren Sie flexibel auf Kursänderungen. So lässt sich unter Umständen die Rendite noch weiter steigern. Gleichzeitig sollte Ihre grundsätzliche Handelsstrategie jedoch nicht untergraben werden!

Das Phänomen der selbsterfüllenden Prophezeiung besagt, dass durch die Erwartung eines bestimmten Verhaltens wir selbst dazu beitragen, dass dieses schlussendlich auch eintritt. Machen wir dieses an ein, zwei kurzen Beispielen aus der Welt der Finanzen und des Wertpapierhandels deutlich: Gerüchte an der Börse hinsichtlich eines Kurzsturzes oder einer Insolvenz könnten Anleger dazu verleiten ihre Aktienpakete in großer Stückzahl zu veräußern, was dann tatsächlich in einer Krise resultiert. Ein anderes Beispiel, um dieses Phänomen an der Börse zu verdeutlichen, kann gegeben sein, wenn viele Anleger damit rechnen, dass der Kurs einer bestimmten Aktie steigt, woraufhin diese Aktie dann entsprechend stark gekauft wird und deren Kurs tatsächlich einen Höhenflug antritt. Hier gilt es insbesondere für Einsteiger einen kühlen Kopf zu bewahren und Chancen wahrzunehmen.

Am besten und nachhaltigsten lernen Sie aus Fehlern, die Sie selbst gemacht und auch als solche erkannt haben. Analysieren Sie daher Ihre gemachten Fehler, lernen Sie daraus und betrachten Sie diese als wertvolle Lektion. Doch muss man heute nicht mehr unbedingt jeden Fehler selbst machen, wenn man gleichzeitig von den Erfahrungen anderer Personen profitieren kann. Gerade beim Börsenhandel empfiehlt sich daher sich langfristiges Wissen anzueignen und dieses dann gezielt einzusetzen. Und wenn dann noch das richtige Gespür und Timing entwickelt wird, steht dem Erfolg nichts mehr im Wege.

Bild: Kai-Uwe Schütz  / pixelio.de

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