Das Handy als Zahlungsmittel der Zukunft

handy GeldDas Smartphone soll bald Münzen, Scheine und Plastikkarten ersetzen – Mobilfunker, Banken und Kreditkartenanbieter wittern einen Milliardenmarkt

Die schöne neue Einkaufswelt kommt ganz ohne Plastikkarten und Bargeld aus. Alles was der Kunde noch braucht, ist sein Handy – zumindest wenn es nach dem Willen von Mobilfunkanbietern, Banken und Kreditkartenunternehmen geht. Es soll ausreichen, das Smartphone an die Kasse oder ein anderes Handy zu halten, den Kauf etwa mit einer PIN zu bestätigen und seine Sachen einzupacken. Mehr Informationen zu der Technik finden Sie auf www.kreditkarte.com, der unabhängigen Plattform rund um die Kreditkarte.

Im Zentrum der Pläne für die digitale Geldbörse steht der Standard Near Field Communication (NFC). Mit diesem „Nahbereichsfunk“ können Daten zwischen Geräten über wenige Zentimeter hinweg übertragen werden – und das völlig Kontaktlos. Unter Hochdruck arbeiten Konzerne aus verschiedenen Branchen nun daran, NFC an den Kunden und in die Läden zu bringen. Mobilfunker, Kreditkartenanbieter, Banken und IT-Konzerne kämpfen um einen Platz in dem Geschäft, das laut Experten ein Milliarden-Markt werden könnte.

Bis 2016 soll der Anteil der kontaktlosen Transaktionen in Deutschland von heute weniger als einem auf dann 30 Prozent steigen, erwartet er. Weltweit rechnet der IT-Marktforscher Gartner zwischen 2010 und 2015 mit einer jährlichen Wachstumsrate der NFC-Transaktionen von über 40 Prozent in den sogenannten entwickelten Märkten. Dann soll das Gesamtvolumen gut 32 Milliarden Dollar erreichen.

Viele verschiedene Allianzen

Daran will die Telekom teilhaben. Der größte deutsche Mobilfunker ist ein Bündnis mit Mastercard eingegangen und will eigene Kreditkarten des Partners ausreichen. Mit im Paket sind Aufkleber mit NFC-Chips fürs Handy um die Technik bereits zu etablieren, bevor sie sich flächendeckend in den Smartphones durchgesetzt hat.

Allerdings ist auch die Konkurrenz nicht untätig. Auch der britische Telekom-Rivale Vodafone hat eine Allianz mit dem Mastercard-Konkurrenten Visa verkündet. Und in der Vergangenheit hatten Mastercard, die Targo Bank und E-Plus ebenfalls ein Projekt mit NFC-Stickern angekündigt.
Vor allem kleine Händler sind noch skeptisch

Abwartend betrachtet dagegen der deutsche Einzelhandel die Technik. Die neuen Angebote seien meist weder effizienter noch günstiger als die heutigen Methoden, heißt es aus der Branche. Bisher spielt das Thema gerade beim Mittelstand lediglich eine untergeordnete Rolle. Während viele Branchengrößen einer Erhebung des Handels-Forschungsinstituts EHI zufolge angeben, derzeit vorrangig in NFC zu investieren, interessieren sich die kleineren Kaufleute nur wenig für die neue Technik. Sie wollen auch künftig lieber Bares oder wenigstens klassische Plastikkarten sehen.

Text: Tanja Schmidt

Bild: Sven Ginterreiter  / pixelio.de

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