So funktionieren Exit-Strategien bei Venture Capital

Venture Capital ist Beteiligungskapital, das jungen, technologieorientierten Unternehmen, die noch nicht an der Börse notiert sind, von Venture Capital-Gesellschaften zur Verfügung gestellt wird. Die Bereitstellung von Venture Capital ist normalerweise auf Zeit angelegt, nach einigen Jahren soll die Beteiligung gewinnbringend verkauft werden. Dazu bedarf es einer Exit-Strategie, d.h. eine zielgerichteten Vorgehensweise zur Veräußerung.

Meistens der beste Weg – Going Public

Die präferierte Exit-Strategie ist normalerweise das Going Public – der Börsengang des jungen Unternehmens. Diese Strategie hat für beide Seiten Vorteile. Mit der Börsenplatzierung kann eine Beteiligungsaufgabe flexibel gestaltet werden, eine Venture Capital-Gesellschaft, wie beispielsweise die durch den Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer gegründete mic AG  kann sogar noch über längere Zeit Anteile behalten und an der Unternehmensentwicklung partizipieren. Über die Börsenplatzierung erschließt sich das Unternehmen einen breiteren Eigentümerkreis und neue Kapitalquellen. Bei positiven Geschäftserwartungen verspricht das Going Public die höchste Rendite, denn der Börsenkurs wird wesentlich von den erwarteten Gewinnen bestimmt. Allerdings ist ein Börsengang auch mit Kosten verbunden und nicht jedes junge Unternehmen kann seine formalen Anforderungen erfüllen. Wenn ein Börsengang nicht möglich ist, müssen alternative Exit-Strategien gewählt werden.

Andere Exit-Strategien

Eine Alternative ist ein Trade Sale – der Verkauf der Beteiligung an ein meist größeres Unternehmen, das bereits in einem vergleichbaren Technologiebereich tätig ist. Der Käufer erwirbt mit der Beteiligung zusätzliches Know-how und Patente. Von einem Secondary Sale wird gesprochen, wenn die Beteiligung an ein drittes Unternehmen, zum Beispiel einen Finanzinvestor veräußert wird. Dieser ist in der Regel weniger an der Technologie als an der Rendite der Beteiligung interessiert. Ein Buy Back bezeichnet den Rückkauf der Beteiligung durch die ursprünglichen Gesellschafter, die damit wieder zu Alleineigentümern werden. Ein Buy Back scheitert allerdings oft an der mangelnden Kapitalbasis der Gesellschafter. Die ungünstigste Exit-Strategie stellt die Liquidation des Unternehmens oder die Kündigung der Beteiligung dar. Sie kommt nur in Betracht, wenn keine positiven Geschäftsperspektiven mehr zu sehen sind. In diesem Fall ist das Beteiligungskapital meist verloren.

Worauf kommt es an?

Welche Exit-Strategie gewählt wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Neben der Marktposition, dem Erfolg und der Entwicklung des jeweiligen Unternehmens spielen der spezifische Technologiebereich, die Unternehmensgröße, der weitere Finanzierungsbedarf und die bestehenden Finanzierungsmöglichkeiten eine wichtige Rolle.

Thommy Weiss / pixelio.de

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